Die Schweiz hat bis zur Einführung der vollen Personenfreizügigkeit im Jahr 2007 die Zuwanderung über Kontingente und Höchstzahlen im Ausländerrecht geregelt. Ebenso hatte sie bis zur Öffnung der Grenzen mit der Integration in den Schengen-Raum im Dezember 2008 die Hoheit über die Visumserteilung und die Kontrolle der eigenen Grenzen. Die Wirtschaft inklusive Landwirtschaft konnte je nach Wirtschaftslage und Perspektiven Personen aus dem Ausland - und zwar aus der ganzen Welt - rekrutieren.

In einem eingespielten Prozess haben Bund und Kantone unter Einbezug der Wirtschaft die Höchstzahlen festgelegt, so wie das heute übrigens gegenüber den Nicht-EU/EFTA-Staaten noch immer der Fall ist. Die Schweiz hat jedoch mit der Einführung der Personenfreizügigkeit mit der EU und der damit verbundenen Aufgabe des Kontingentssystems für deren Bürger ab 2007 die Steuerungsmöglichkeiten der Einwanderung aus der Hand gegeben. Seither explodieren die Einwanderungszahlen.

Die Dimensionen sind inzwischen bekannt. Im Rekordjahr 2008 wurden nicht weniger als 157‘271 neue Aufenthalts- und Niederlassungsbewilligungen erteilt. In nur fünf Jahren sind netto über 383‘000 Menschen in die Schweiz eingewandert, dies entspricht der Einwohnerzahl der Stadt Zürich. Jahr für Jahr wird wegen der Zuwanderung - bildlich gesprochen - eine neue Stadt St. Gallen oder alle zwei Jahre beinahe ein Kanton Neuenburg in die Schweiz gesetzt. Und ein Ende ist nicht in Sicht.

Es ist unmöglich vorauszusagen, ob die Schweiz in zehn oder zwanzig Jahren neun, zehn oder zwölf Millionen Einwohner haben wird; oder sogar noch mehr. Selbst das Bundesamt für Statistik rechnet inzwischen bis ins Jahr 2035 je nach Szenario mit 10 Millionen Einwohnern. Neben der Infrastrukturen und Ressourcen die mit der steigenden Bevölkerungszahl immer knapper werden, liegt ein weiteres Problem der Massenzuwanderung bei der Veränderung des Wertekataloges.

Einerseits kommen immer mehr Menschen in die Schweiz, die aus zentralistischen, staatsgläubigen, antiliberalen oder auch muslimischen Ländern stammen und diese Werte mitbringen. Andererseits erhalten aufgrund von Verdrängungsängsten auch in der Schweizer Bevölkerung sozialistische und etatistische Ideen Auftrieb. Die heutige Zuwanderung ist deshalb für die Schweiz weder kulturell noch mengenmässig verkraftbar.

Tatsache ist, dass in den vergangenen Jahren aufgrund fehlender Beschränkungen immer massloser Ausländer ins Land geholt wurden, um kurzfristige Bedürfnisse in bestimmten Unternehmen und Branchen zu befriedigen. Die gesamtwirtschaftlichen, kulturellen, gesellschaftlichen und politischen Konsequenzen wurden dabei ausgeblendet, weil die Unternehmen – verständlicherweise – ihre eigenen Interessen und nicht diejenigen der ganzen Schweiz verfolgten. Ein Umdenken ist deshalb dringend notwendig, ansonsten wird die Masslosigkeit mittel- und langfristig für alle - auch für die Wirtschaft - zum grossen Problem.