Auslandschweizer sind nicht auf die Personenfreizügigkeit angewiesen

Gestern sind die Zahlen der Auslandschweizerstatistik 2013 erschienen. Interessant, dass der Bund die internationale Mobilität der Schweizer Bürger vor allem der Personenfreizügigkeit zuschreiben will. Denn wenn man die Zahlen der Veränderungen von 2012 bis 2013 genau ansieht, zeigt sich:

Zunahme der Schweizer in der EU: + 2.3% (2011-2013: + 4.1%)
Zunahme der Schweizer in Afrika: + 2.5% (2011-2013: + 5.2%)
Zunahme der Schweizer in Asien: + 5.6%! (2011-2013: + 11.6%)

Die Schweizer brauchen also keine Personenfreizügigkeit, um auszuwandern und in der Ferne einer Arbeit nachzugehen. Sie sind weltweit hoch willkommen, wenn sie sich anpassen, einer Arbeit nachgehen oder dem Gastland sonstigen Nutzen bringen.

So müsste es auch in der Schweiz sein: Arbeitende und integrationswillige Ausländer sind willkommen und werden auch nach einer Annahme der Masseneinwanderungsinitiative kommen können.

Umso stossender sind die kürzlich veröffentlichten Aussagen der Auslandschweizerorganisation (ASO), ein Ja zur Masseneinwanderungsinitiative könnte „dramatische Folgen" für die Auslandschweizer haben, die „dank der Personenfreizügigkeit eine Arbeitsstelle in einem EU-Land suchen und sich dort frei niederlassen können". Mit solchen jeder Realität entbehrenden Drohungen disqualifiziert sich die ASO selbst. Diese ist kein Sprachrohr der Auslandschweizer und hat sich nicht in Abstimmungskämpfe einzumischen.

Interessant ist auch das Verhältnis der auswandernden Schweizer zu den einwandernden Ausländern: 2013 haben die Schweizer im Ausland um 16‘463 zugenommen, während allein in den ersten 11 Monaten 2013 die Zahl der Ausländer in der Schweiz um 61‘361 zugenommen hat (Zahlen BFM bis Ende November 2013 vorhanden). Die Zuwanderung in die Schweiz hat demnach ganz andere Dimensionen angenommen als die (ebenfalls zunehmende) Auswanderung von Schweizern.

Hier der Link zur Auslandschweizerstatistik 2013:
http://www.news.admin.ch/message/index.html?lang=de&msg-id=51764

Bern, 24. Januar 2014